top of page

Die Menschen hinter dem Wald - Regenwald Costa Rica

Im Süden Costa Ricas, dort wo der Dschungel atmet und das Meer die Luft salzig färbt, arbeiten Menschen, die an mehr glauben als an Worte. Sie glauben an Rückkehr. An das, was wieder werden kann.


Erik und Felix gehören zu diesen Menschen. In den vergangenen Monaten haben sie rund 3.600 neue Bäume auf drei Hektar Land gepflanzt – dort, wo früher Melina-Holz stand, eine schnell wachsende, aber fremde Art. Heute wachsen dort wieder heimische Bäume, Schritt für Schritt verwandelt sich das Land von einer Plantage zurück in einen lebendigen Regenwald.

„Wir konnten auf dieser Fläche einen Hektar mit zwei Personen an einem Tag bepflanzen“, schreibt Erik. „Das war möglich, weil das Gelände sauber war – gute Information für die Zukunft.“


Noch acht Hektar warten auf ihre Wiederaufforstung. Vier sollen im kommenden Jahr bepflanzt werden, die restlichen vier 2027. „So wird im Reservat immer etwas geschehen – sichtbar, spürbar, erzählbar.“


Doch was in Zahlen klar klingt, ist vor Ort hingebungsvolle Handarbeit. Die Teams in Llano Bonito kämpfen nicht nur mit Erde und Sonne, sondern auch mit Logistik, Technik und Finanzierung. Trotzdem gehen sie weiter.

Felix und sein Sohn dokumentieren die Entwicklung. Sie filmen, fotografieren, erzählen. Junge Menschen aus dem Hotel in Pavones beteiligen sich mit ihren Bildern – als Teil einer kleinen Bewegung, die wächst. Wer gute „Dschungelaufnahmen“ liefert, bekommt ein Bier aufs Haus. So einfach, so menschlich, so lokal verwurzelt.


Währenddessen denkt Erik weiter: Wie kann das Llano Bonito Nature Reserve mit anderen Wäldern verbunden werden? Wie lässt sich das Gebiet erweitern, vernetzen, schützen? Sein Plan: den Kauf einer kleinen, gerodeten Fläche zwischen dem Reservat und einem angrenzenden Primärwald. So könnten 20 neue Hektar Regenwald nicht nur bepflanzt, sondern auch mit über 100 Hektar ursprünglichem Wald verbunden werden – ein lebendiges Netzwerk, das Lebensräume schützt und Artenvielfalt fördert.


Und immer wieder kehrt der Gedanke zurück: Alles hängt von Sichtbarkeit ab. Von der Unterstützung derer, die glauben, dass echte Nachhaltigkeit im Tun liegt. Von Menschen, die verstehen, dass ein Baum mehr ist als ein Symbol.


„Wir hoffen, bald eigene Mittel zu haben, damit wir nicht ständig privat vorfinanzieren müssen“, schreibt Erik. Er sagt das ohne Klage. Nur als Fakt. Denn im Kern geht es nicht ums Geld. Es geht um Haltung.


Die Menschen hinter dem Wald arbeiten mit dem, was sie haben. Mit Händen, Hoffnung und Erde. Und sie wissen: Jeder Baum, der heute gepflanzt wird, trägt nicht nur Blätter, sondern Verantwortung – für mindestens zehn Jahre Pflege, Schutz und Wachstum.


In einer Welt, die oft nur über Nachhaltigkeit redet, leben sie sie – Tag für Tag.

bottom of page